Peiner Kaminabend 2017

13. Peiner Kaminabend - 250-mal inspiriert – fünf Referenten überzeugen Publikum mit ihren praktikablen Erfolgsgeschichten

Sie brennen für ihr Unternehmen, für ihre Schule, kurz, für ihren Beruf: Am 13. Kaminabend der wito gmbh springt in der Gebläsehalle der Funke über, wie ideenreich regionale Kaufleute dem Angebot des Internets entgegentreten können – und ihre Kunden dauerhaft begeistern.

Die Gäste stehen im Mittelpunkt
Schon der Empfang auf dem roten Teppich im Blitzlichtgewitter macht die eigene, intensive und gute Beziehung des Gastgebers zu allen 250 geladenen Gästen und Kunden aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik deutlich. Diese auflockernde Geste kommt an, und, gleich falls ungewöhnlich, betritt Geschäftsführer Gunter Eckhardt unter den Klängen von Jimi Hendrix das Podium, um seine Gäste auf den Abend einzustimmen. Spätestens jetzt ist klar: Heute Abend gibt es Wirtschaftsthemen der besonderen Art, mit viel Lokalkolorit moderiert von Sascha Polzin (Radio38), der seinen Gesprächspartnern Tipps und Erfolgsgeheimnisse ihrer Branche entlockt.

Kundenservice – neuer Anspruch & tägliche Wirklichkeit
Wie reagieren Handwerk und Kaufleute angemessen, nachhaltig und vor allem clever auf den demografischen Wandel, das veränderte Anspruchsdenken der Kundschaft oder die Konkurrenz aus dem Internet von Amazon & Co.?

Christian Paul, Fleischermeister der Fleischerei Paul in 4. Generation aus Lengede und Caterer des Abends, muss nicht lange überlegen: „Der Sonntagsbraten war gestern, heute wird gegrillt! Also bieten wir unseren Kunden, was sie suchen: regionale Spezialitäten, Qualitätsware, einen individuellen Partyservice und auch mal ein zünftiges Oktoberfest!“ Sein Tipp für kleine Haushalte – seine vorgekochten Menüs. „Da kann man so tun, als hätte man es selbst gemacht“, lacht der Experte, für den „Fleisch natürlich die schönste Alternative“ zu veganer Wurst ist.

Auch Zeitungsmacher spüren ordentlich Gegenwind, muss Gordon Firl, Geschäftsführer der Peiner Allgemeinen Zeitung (PAZ) zugeben. „Allerdings ist es eine Frage des Selbstverständnisses und der Vision, wie eine Tageszeitung heute immer noch als wichtiges Medium in Zeiten einflussreicher sozialer Medien, wie Facebook und Twitter, wahrgenommen werden kann“, macht er deutlich. Beides haben die Mitarbeiter der PAZ: „Wir denken nicht in Postleitzahlen, hier ist Heimat, Zuhause, und wir sind ein Teil davon. Unsere Aufgabe ist es, die Informationen vor der Haustür zu den Menschen zu bringen. Dafür bespielen wir unterschiedliche Kanäle, Print und digital, mit dem Erfolg, dass wir mehr Menschen real vor Ort zusammenführen, als es Soziale Netzwerke weltweit tun können“, ist er stolz auf sein auflagenstarkes Produkt.

Einst ungewöhnlich im Ansatz und kritisch beäugt, jetzt bildungspolitische Vorreiterin: Ulla Pleye, dritte Rektorin seit Gründung, ist sichtbar stolz auf das Erreichte ihrer Integrierten Gesamtschule Vöhrum. „Wir haben keine Angst vor den Herausforderungen aktueller Bildungspolitik, erweiterten Inklusionsprozessen oder der notwendigen Digitalisierung. Auch der Abbau der Ungleichheit bei Bildungschancen schreckt uns nicht: Wenn eine Schulform dieses alles meistern kann, dann wir! Das haben wir in 18 Jahren mehr als bewiesen.“
Was ist neben dem attraktiven Standort, der Profilschärfung als Ausbildungsschule für Referendare, dem Profit-Center Tier- & Ökogarten oder der eigenverantwortlichen Organisation letztlich das Erfolgsgeheimnis? Ganz klar: „Eltern sind unsere Kunden, wir sind Dienstleister“, stellt sie klar heraus. Aber: „Wir unterrichten Schüler, keine Fächer“, ist auch künftig das Qualitätskriterium der Schule.

Digitale Dienste aus dem Internet? Wertvolle Impulse!
Seven rules of attraction – Prof. Dr. Susanne Robra-Bissantz, Institutsleiterin für Wirtschaftsinformatik der TU Braunschweig, räumt in ihrem Vortrag engagiert mit dem Vorurteil auf, der moderne Kunde lasse sich auf reines e-commerce reduzieren: „Kunden suchen im Netz keine Produkte, sie suchen Dienste, die ihren Bedürfnissen entsprechen. Digitale Dienste antworten in ihrer vielseitigen Ausrichtung genau darauf: Sie erschaffen oder inszenieren individuelle Werte, die mir als Kunde bereits wichtig sind – oder es werden können.“ Vom Trackingdienst des bestellten Päckchens (Ortung und Lieferzeit) bis hin zum Lieferdienst, der Verzögerungen meldet – die Wunscherfüllungen im Internet mit seinen Möglichkeiten sind schier grenzenlos.
Und was lernt der Handwerker und Kaufmann vor Ort daraus, der keinen Online-Shop betreibt?
„Alles bleibt anders. Wir müssen umdenken und uns fragen: Bietet mein Unternehmen meinem Kunden den Wert, den er will? Sorgen Sie dafür, dass Sie für Ihren Kunden vor Ort wertvoll sind und kein Blatt zwischen Sie passt!“

Die Achterbahnfahrt am Gaumen – oder was treibt mich eigentlich an?
Was macht den Sinn unserer Arbeit aus? Warum ist es so wichtig, sich selbst, aber auch das Team zu überzeugen, gern für mein Unternehmen zu arbeiten? Strategieberater Dominic Veken und Autor des Buches „Der Sinn des Unternehmens –  Wofür arbeiten wir eigentlich?“, gibt als letzter Redner des Abends den Gästen einige bildhafte Anregungen mit auf den Weg, für den Unternehmenserfolg die eigene und die Motivation der Mitarbeiter zu steigern. „Zeigen Sie den Unterschied zwischen sinnvoller und sinnentleerter Arbeit auf, hinterfragen Sie, was Sie tun und warum Sie es eigentlich tun!“ Beim Motivations-Apell bleibt es nicht, praktische Beispiele aus seiner Arbeit gibt es viele und sympathische dazu. Veken plaudert aus dem Nähkästchen und erzählt den staunenden Zuhörern, dass auch Sternekoch Tim Raue sich erst nach langem Nachdenken an seine Ursprungsmotivation und Freude erinnert habe, dem Gast durch den Genuss seiner Speisen eine „Achterbahnfahrt am Gaumen“ zu ermöglichen. Zweites Beispiel: Die Marke Tupperware, die sich auf die Tupperparty als das entscheidende Kriterium besann, das sie einst groß und bekannt machte, woran sie nun aktuell anknüpft. Übertragen auf die Peiner Geschäftswelt, sollten diese Dinge vermittelt werden: „Identifikation mit der Firma, Transparenz, Inspiration und Agilität, das Große in die Zukunft zu führen, vor allem hinsichtlich des schnellen und permanenten Lernens. Betriebswirtschaftlich ist für mich die maximale Agilität der Key Performance Indicator (KPI), der Leistungsindikator der Zukunft“, ist sich der Fachmann sicher. Der Applaus gibt ihm recht.

Wir danken unseren Mediapartnern Peiner Allgemeine Zeitung und Radio38 für ihre tatkräftige und unseren Sponsoren Sparkasse Hildesheim Goslar Peine sowie Volksbank eG für ihre finanzielle Unterstützung.

Die Fotos vom Kaminabend 2017 sind von Jennifer Kampani.

Programm zum Peiner Kaminabend

Begrüßung mit Gunter Eckhardt und Sascha Polzin
 
Es geht nicht nur um die Wurst.
Christian Paul | Inhaber | Fleischerei Paul
 
Bei uns hat´s Klick gemacht.
Gordon Firl | Geschäftsführer | Peiner Allgemeine Zeitung

Professionalität im Unternehmen Schule:
Mehr als Zeit, Raum, Geld?

Ulla Pleye | Schulleiterin | IGS Peine
 
Seven rules of attraction – Der Kunde und das Internet.
Prof. Dr. Susanne Robra-Bissantz
Institutsleiterin für Wirtschaftsinformatik | TU Braunschweig
 
Das Leuchten in den Augen – Wofür arbeiten wir eigentlich?
Dominic Veken | Strategieberater und Autor

Das Leuchten in den Augen -
Wofür arbeiten wir eigentlich?

>> Vortrag Dominic Veken

Empfang auf dem roten Teppich

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Impressionen vom Abend

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