Energiesparmassnahmen

Schon während der Corona-Pandemie haben wir Sie in den letzten zwei Jahren regelmäßig über die aktuellen Verordnungen des Bundes bzw. des Landes informiert. Auch die aktuell angespannte Gasversorgungslage durch den russischen Angriff auf die Ukraine hat zur Folge, dass die Regierung entsprechende Verordnungen auf den Weg gebracht hat, die bereits am 1. September 2022 bzw. am 1. Oktober 2022 in Kraft treten sollen. Die beiden Verordnungen enthalten erste kurz- und mittelfristige Maßnahmen zum Einsparen von Gas und Energie insgesamt für öffentliche Körperschaften, Unternehmen und Privathaushalte, über die wir Sie hiermit informieren möchten.

Ab 1. September 2022 | Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch kurzfristig wirksame Maßnahmen (EnSikuMaV).

Maßnahmen zur Energieeinsparung in Unternehmen:  

  • Die Lufttemperatur in Arbeitsräumen in Arbeitsstätten darf maximal auf die folgenden Höchstwerte geheizt werden:
    • für körperlich leichte und überwiegend sitzende Tätigkeit 19 Grad Celsius,
    • für körperlich leichte Tätigkeit überwiegend im Stehen oder Gehen 18 Grad Celsius,
    • für mittelschwere und überwiegend sitzende Tätigkeit 18 Grad Celsius,
    • für mittelschwere Tätigkeit überwiegend im Stehen oder Gehen 16 Grad Celsius oder
    • für körperlich schwere Tätigkeit 12 Grad Celsius.
  • In beheizten Geschäftsräumen des Einzelhandels ist das dauerhafte Offenhalten von Ladentüren bzw. Eingangssystemen grundsätzlich untersagt.
  • Der Betrieb beleuchteter oder lichtemittierender Werbeanlagen ist von 22 Uhr bis 16 Uhr des Folgetages grundsätzlich untersagt. (Achtung: Schaufensterbeleuchtung gilt nach Ansicht des BMWK nicht als „beleuchtete Werbeanlage“ und ist demnach nicht von dem Verbot betroffen, Quelle)  

Maßnahmen zur Energieeinsparung in Nichtwohngebäuden in öffentlicher Hand:  

  • Räume, in denen man sich nicht regelmäßig aufhält (wie etwa Flure, Foyers oder Technikräume), sollen vorbehaltlich gewisser Ausnahmen grundsätzlich nicht mehr beheizt werden.
  • Es bestehen die Lufttemperaturhöchstgrenzen für Arbeitsräume in Arbeitsstätten (s. oben). Ausgenommen sind auch hier z. B. medizinische Einrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Pflegeeinrichtungen, Schulen oder Kindertagesstätten.
  • Dezentrale Trinkwassererwärmungsanlagen, die überwiegend dem Händewaschen dienen und insofern es den Hygienevorschriften nicht entgegensteht, sind grundsätzlich auszuschalten. Ausgenommen sind medizinische Einrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Pflegeeinrichtungen, Schulen oder Kindertagesstätten.
  • Die Beleuchtung von Gebäuden oder Baudenkmälern von außen – mit Ausnahme von Sicherheits- und Notbeleuchtung – ist untersagt. Ausgenommen sind kurzzeitige Beleuchtungen bei Kulturveranstaltungen und Volksfesten sowie allgemein alle Fälle, in denen die Beleuchtung zur Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit oder Gefahrenabwehr erforderlich ist.

Ab 1. Oktober 2022 | Die Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch mittelfristig wirksame Maßnahmen (EnSimiMaV), nach ausstehendem Beschluss durch den Bundesrat

Maßnahmen zur Energieeinsparung in der Wirtschaft:

  • Es müssen Energieaudits durchgeführt werden, dies gilt aber nur für Unternehmen, die keine Kleinstunternehmen, kleinen und mittleren Unternehmen (s. §1 des Gesetzes über Energiedienstleistungen) sind, oder deren Gesamtenergieverbrauch mehr als 10 Gigawattstunden (GWh) im Durchschnitt der letzten drei Jahre betrug.

Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in öffentlichen, privaten und Firmengebäuden:

  • Pflicht zu Heizungsprüfung und -optimierung, wonach Eigentümerinnen und Eigentümer von Gebäuden mit Gasheizungen in den nächsten zwei Jahren einen Heizungscheck durchführen müssen.
  • Eigentümerinnen und Eigentümer von großen Gebäuden mit zentraler Wärmeversorgung (ab 1.000 m² und große Wohngebäude ab sechs Wohneinheiten) auf Erdgasbasis müssen einen hydraulischen Abgleich vornehmen.
  • Auch sind Unternehmen dazu verpflichtet, den hydraulischen Abgleich vorzunehmen sowie ineffiziente Heizungspumpen auszutauschen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf der Webseite des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.